5 Minuten Lesezeit (1052 Wörter)

Review: Zungle Panther

Review zur Zungle Panther

Technische Gadgets gehören zum alltäglichen Leben mittlerweile dazu. Der Startschuss zur mobilen Technik für Jedermann wurde mit dem Walkman gesetzt und seitdem hat sich enorm viel getan. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mich damals auf der ersten Harddisk Player (damals waren MP3 noch in der Mache und die WAV Dateien einzelner Lieder waren um die 20 MB gross) gestürzt habe. Der Wahn nach immer kleiner und immer mehr Speicherplatz hält noch heute an.

Heutzutage mit all den Smartphones, die eine Vielzahl von Gadgets vereinen, liegt das Augenmerk immer mehr auf der Peripherie. Man wird erschlagen durch eine Vielzahl von Headsets, Kopfhörern In-Ear und On-Ear, das ganze mit Kabel oder über Bluetooth.

In diesem Wald von Produkten fiel mir die Zungle Brille auf. Sie verspricht brillante Tonqualität über Bone-Conduction (der Ton wird über den Knochen geleitet.), Geräuscharm gegen aussen, Headset Funktion, Touch-Control und offene Ohren. Sind wir ehrlich, jeder hat die Werbung auf Facebook oder Youtube schon bewundert.

Dank Black-Friday und Cyber-Monday wurden die netten Brillen einiges heruntergesetzt. Das Angebot war interessant genug, so dass ich mich auf diesen Test eingelassen habe.

Das Paket kam erstaunlich schnell. Ich orderte eine Brille mit mehreren Linsen, so dass ich jederzeit den Style anpassen kann. Man will ja hübsch sein ?

Der erste Eindruck

Die Panther kommt in einem gut verarbeiteten Hard-Case und hat zusätzlich sogar eine Brillentasche, falls das Etui im Gepäck keinen Platz findet. Das Inlay ist gut ausgeschäumt, so dass die Brille vor jeglichen Stössen geschützt ist.

Der schönste Part ist doch immer das Auspacken…

Der erste Eindruck war bei mir, dass das Teil extrem klobig wirkt, wesentlich klobiger als es die Werbung verspricht - kennen wir doch alle noch: Aus den Kelloggs-Packungen kam nie ein lustiger Tiger. Die Brillenarme sind recht dick und auch der Rahmen für die Gläser wirkt, sagen wir mal höflich, stabil. Nach dem Anziehen wirkt das Ganze dann doch nicht mehr so gigantisch. Das erste, was einem beim Tragen auffällt, ist der doch eher starke Druck, den die Brille hinter den Ohren aufsetzt – Logisch,wenn der Sound so übertragen werden soll. Die Befürchtung an dieser Stelle war ganz klar, dass eine Langzeitverwendung der Zungle einfach nur unbequem wird.

Gehen wir mal auf die Verarbeitung der Brille ein. Das Brillengestell ist sehr massiv und formschön, es sind keinerlei scharfe Kanten oder Verarbeitungsfehler zu sehen oder zu spüren. Das LED Logo reagiert auf die verschiedenen Befehle, ist informativ und sieht schön aus. Über die ganze Tragedauer lösten sich keine Teile. Auch die Gummiapplikationen für die Bone-Conduction haben keine Abnutzung gezeigt. Die Ladebuchse, welche extrem gut in die Stirnseite des Brillenbeins eingearbeitet ist, wirkt hochwertig und ist beim Tragen gut versteckt.


​Funktionstest

Natürlich habe ich die Brille gleich ausprobiert. Das Verbinden über Bluetooth ist extrem einfach. Innerhalb weniger Sekunden konnte ich meine Musik-App auf meinem Smartphone aufrufen und Play drücken.

Siehe da, es funktionierte. Ich schaltete mehrere Lieder auf der vergeblichen Suche nach der brillanten Tonqualität durch. Als Musikliebhaber war ich enttäuscht – keinerlei Tiefe, ein eher rauschendes Musikerlebnis, extrem wenig Bass. Natürlich versuchte ich, die Brille auf verschiedene Stellen zu verschieben, um eine bessere Knochenauflage zu ermöglichen. Der Erfolg blieb aus.

Also auf zu den nächsten Tests – ab auf die Strasse. Das Musikerlebnis mit offenen Ohren ist extrem irritierend zu Beginn, doch mit zunehmender Verwendung gewöhnt man sich schnell daran. Auf meinem Spaziergang fiel mir sofort auf, dass die Leistungsfähigkeit des Bluetooth Empfängers extrem zu wünschen lässt. Mit Winterkleidung und das Handy in der Tasche, kommt es oft aus dem Stocken nicht mehr heraus – vor allem, wenn man das Handy auf der anderen Seite des Bluetooth Empfängers (also diagonal) trägt. Ich bin weder ein Riese mit meinen 1,80m, trage meine Hosen nicht in den Knieecken noch bin ich so dick, als dass ich ein menschliches Schutzschild hergeben würde. Nach Umplatzierung des Handys in die Brusttasche konnte ich ungestört weiter Musik hören.

Die Headset-Funktion ist einwandfrei, die Gesprächsqualität war auf einem guten Standard. Auch wenn man immer noch darauf achten muss, wo sich das Handy befindet.

Die Batterieleistung konnte ich bisher nicht ausreizen – die längste Benutzung liegt bei mir bei 4 Stunden, die problemlos bewerkstelligt werden konnte.

Genialerweise besitzt die Brille eine Touch Bedienung auf dem einen Brillen-Bein. Die Gesten sind ziemlich einfach zu verstehen und prägen sich gut ein. In der Theorie funktioniert die Bedienung gut, aber mir fielen ziemlich schnell zwei Mankos auf… Meine langen Haare verunmöglichen teilweise das Bedienen und die Lautstärke kann nicht über die Brille gesteuert werden. Für die Haare kann Zungle verständlicherweise nichts, aber bei all den Funktionen die Lautstärke nicht regeln zu können, obwohl das bereits poplige iPhone-In-Ear-Kopfhörer können, ist etwas mau.

In den Werbe-Videos wird einem suggeriert, dass die periphere Musikentwicklung so minim ist, dass umstehende Personen nichts von der Musik hören. Dies ist leider sehr weit von der Realität entfernt, die Geräuschentwicklung lässt sich mit einem ausgezogenen On-Ear Kopfhörer auf einem Tisch vergleichen. Vielleicht sollte sich Zungle hier eine Disco-Kugel Aufhängung überlegen, damit der Unterhaltungsfaktor für alle Anwesenden noch ansprechender wird. Dieser Umstand hat mich sehr enttäuscht.


Fazit

Anmerkung: Dieses Produkt wurde mir nicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Die hier dargestellte Meinung ist allerdings die kompromisslose eigene Meinung des Autors.  

Die Brille ist mit ihren rund 150 Dollar ziemlich teuer in der Anschaffung und in der Preiskategorie bei einem Kopfhörer mit extrem guter Qualität. Was man dafür bekommt ist aber leider nur ein cooles sowie auch stylisches Gadget, welches aber eine ziemlich eingeschränkte Funktionalität hat. Eine Kaufempfehlung kann ich nur Personen aussprechen die sich viel draussen aufhalten (Fahrradkuriere?), und es eher zum Telefonieren als zum Musikhören brauchen. Wenn die Musik-Qualität weniger eine Rolle spielt, ist es durchaus eine Überlegung wert. Ich persönlich werde die Brille für meine sportlichen Outdoor Aktivitäten verwenden (Nerdy Aufschrei! Bewegung… Draussen! *KREISCH*), der Sicherheitsaspekt mit den offenen Ohren lässt sich nicht leugnen und ist im Strassenverkehr viel wert. Also wer sich für Super Mario hält und bei schönem Wetter viel draussen rum hüpft, oder sich mit seinem Fahrrad verbunden fühlt, kann ruhig zugreifen, muss aber definitiv nicht – Es gibt bessere und oder günstigere Varianten.

...

ZUNGLE : Official Website : Wear the Beats : Smart Glasses by ZUNGLE

The only smartglasses with aesthetic design. Invented for your daily moment and life style outdoor activities. Wear the Beats
SHAMAN COSPLAY - Erstes Update und Alles hat sich ...
Eine Charity Aktion mit unseren Cosplayfreunden
 

Kommentare (0)

bewertet 0 bis 5 mit 0 Stimmen
Ziemlich komisch. Noch keine Kommentare. Naja, vielleich zocken sie oder ziehen sich einen Film rein. Schreib doch du den ersten!

Einen Kommentar verfassen

  1. Kommentiere als Gast. Registrieren oder anmelden zu deinem Konto.
Bewerte diesen Blog:
Anhänge (0 / 3)
Teile deinen Standort