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Review: Star Blazers 2199 - Space Battleship Yamato

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​Wir präsentieren euch heute ein Review zu einer Anime Blu-Ray Box. Star Blazers 2199 – Spaceship Yamato ist ein offizielles Remake der gleichnamigen Serie, welche erstmals 1974 über die Mattscheiben flimmerte. Bis heute gilt die Serie als Meilenstein und bahnbrechend für die Animewelt. Der grosse Erfolg kam mit der Ausstrahlung im US-Markt, ausserdem profitierte die Serie damals extrem durch den StarWars Boom, welcher die Serie einige wenige Jahre später zurück ins Fernsehen brachte.


Ich für meinen Teil kam leider nie in den Genuss der originalen Serie, deshalb wird ein direkter Vergleich fehlen, dennoch werde ich euch meine Eindrücke der ersten 6 Folgen in gewohnter Art näherbringen.

Das Produkt

Die Box, oder genauer der «Schuber», beinhaltet die erste Disc mit 6 Folgen und bietet Platz für weitere vier Discs (1-5). Sie ist stabil verarbeitet und weist, wie die meisten, den deutschen «Klappentext» nur als aufgeklebten Zettel auf. Ich persönlich finde diese Zettel immer sehr unvorteilhaft, da sie sich schnell ablösen, sich Eselsohren bilden und die Box das ansehnliche Äussere komplett verliert. Ich höre euch schon sagen: «Es ist eine Blu-Ray-Box, was kratzt mich die Aufmachung?» Nun, wenn man sich heutzutage doch noch physische Datenträger kauft, dann sollten sie schon etwas hermachen, denn ansonsten gibt es Varianten wie Netflix, Chrunchy Roll und viele weitere Streaming Anbieter.

Die Blu-Ray ist in einem typischen Karton-Schuber mit Aufklapp-Hülle verpackt. Mir fällt beim Auspacken sofort der Duft auf, diesen typischen Karton-Druck-Duft, welchen man von neuen Spielen (zu N64 Zeiten) sowie Magic oder Pokémon Karten kennt. Herrlich…

Ich staunte auch nicht schlecht, als ich ein doch sehr umfangreiches Booklet aus dem Umschlag ziehen konnte. Auf 32 Seiten findet man eine vereinfachte Kurs-Karte der Yamato, einen Episoden-Guide (1-26), etwas zu den Charakteren und, last but not least, einen Beschrieb der Yamato selbst. Ich liebe Booklets, auch wenn man sie meistens nur ein einziges Mal ansieht. Aber zur Abwechslung mal etwas mehr zu haben als nur einen Flyer für weitere Filme oder Serien, ist sehr erquickend. Selbst dieses kleine Heft lässt mich zusammen mit dem Duft in vergangenen Tagen schwelgen, als man auf dem Nachhauseweg im Zug das neue Spiel bereits ausgepackt hat, aber im Grunde nur das Booklet studieren konnte und die Vorfreude auf das Spiel dabei gleichzeitig ins Unermessliche stieg.

Allgemein gefällt mir die Aufmachung der Box sehr: schlicht, nicht zu voll, einige Art-Works sowie Titel-Art sind absolut stimmig.

Die Serie

Nun aber zum Essenziellen, der Anime selbst. Ich durfte die ersten sechs Folgen sehen, welche je eine Lauflänge von etwas über 20 Minuten aufweisen. Der Stil erinnert wirklich an die Anfänge, die Qualität sowie die Technik ist jedoch wesentlich fortgeschrittener. Der Soundtrack sowie die Figuren gefallen vom Stil her sofort.

Der Plot, ohne zu viel zu verraten, ist relativ simpel: Die Erde steht nach einem Krieg gegen die Gamilas kurz vor dem Untergang, genauer steht sie etwa ein Jahr vor der Auslöschung. Die etwas mysteriöse Rasse der Iscandar, beziehungsweise die Königin, reicht der Menschheit wohlwollend die Hand, um das Schicksal der Erde doch noch abzuwenden. Die Technologie dafür befindet sich aber auf Iscandar, einem weit entfernten Planeten, welcher mit den normalen Mitteln der Menschheit nicht zu erreichen ist. Die «Teraner», wie die Gamilas die Menschen bezeichnen, haben bis dato den Sprung aus dem Sonnensystem, mangels der Technologie, nicht geschafft. Starsha, die Königin von Iscandar, schickte vor einem Jahr, ausgehend von Episode eins, ihre jüngere Schwester Yurisha zur Erde mit den Bauplänen zu einem Wellenmotor, dieser sollte der Menschheit ermöglichen, Iscandar doch noch zu erreichen. Mit diesen Plänen war die Erdbevölkerung in der Lage, das Raumschiff Yamato zu bauen. Die Yamato selbst wurde aus dem Wrack eines Schiffes der ehemaligen kaiserlich-japanischen Flotte gebaut, welches im zweiten Weltkrieg sank. Die Serie beginnt damit, dass Sasha, eine weitere Schwester von Starsha, einen Energiekern bringt, welcher den neuen Dimensionswellenmotor mit Energie versorgt und die Yamato-Mission endlich starten kann. Es startet also rasch eine Reise von 168000 Lichtjahren und somit die erste interstellare Mission der Menschheit.

Eigene Meinung - Kaufempfehlung ja oder nein? Und für wen?

Als erstes fallen einem die mehrheitlich nautischen Begriffe auf, die während der Raumfahrt verwendet werden. Dieser Charme packte mich schnell, doch wurde schnell absolut lächerlich. Irgendwie fehlt für das heutige Verständnis die technische Raffinesse, der Kompromiss zwischen der vorhandenen Technik und dem Ausblick in die Zukunft funktioniert eher schlecht als recht. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Licht-Morsen im All. Lasst es wirken… Ja, es wirkt… ich fühle es.

Es gibt ein weitreichendes Spektrum an Charakteren, doch bekommt man kaum Gelegenheit, sich mit ihnen zu identifizieren. Die Bandbreite der Charaktere kann in diesen rund 2,5 Stunden gar nicht erst zum Tragen kommen, denn die Auftritte sind einfach zu kurz. Ein Blick in die Charakterliste zeigt auch schnell, dass noch nicht einmal alle Charaktere integriert wurden. Bis zur letzten Folge (6) wurde ich mit der Serie irgendwie nicht warm. Der Erzählstil ist extrem der damaligen Zeit angepasst und wirkt schwerfällig. Die Entscheidungen der Hauptprotagonisten sind in vielen Fällen nicht nachvollziehbar, wirken teilweise wirklich dumm. Es gibt in vielen Serien diese 4 Folgen-Grenze, um sich in die Serie zu verlieben. Aber mit Abschluss von Folge 6 kann ich die Serie gut weg stellen, ohne das Ende zu kennen.

Ich möchte dennoch relativieren: viele andere Serien der damaligen Zeit sind heute im nüchternen Zustand auch nur schwer zu verkraften. Liebhaber und Kenner werden die Serie wahrscheinlich lieben.

Fazit: für Kenner und Liebhaber bestimmt eine Option. Für den Rest kann ich empfehlen, mal in ein, zwei Folgen reinzusehen, vielleicht werdet ihr warm damit! Ich für meinen Teil genoss meinen Ausflug in die Vergangenheit und bin trotzdem froh, wieder hier angekommen zu sein.


Fazit

Anmerkung: Dieses Produkt wurde dubtap zum Testen kostenlos von KSM Anine zur Verfügung gestellt. Die hier dargestellte Meinung ist allerdings die kompromisslose eigene Meinung des Autors.  

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Kommentare (0)

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Ziemlich komisch. Noch keine Kommentare. Naja, vielleich zocken sie oder ziehen sich einen Film rein. Schreib doch du den ersten!

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